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FASNACHTS-SPRUECHE
Neben dem Juchzen, den Narren- oder Schlachtrufen, gibt es auch Narren- und Fastnachtssprüche, die – auch in Reimform – aufgesagt und gerufen werden. Sie können wiederum Teile von Narrenrufen enthalten oder sein. Oftmals sind im Lauf der Zeit die Narrenrufe, die wahrscheinlich örtlich begrenzt waren, ortspezifisch verändert worden. Oft sind diese 'Sprüchle' auch Spottverse.
Beispiele sind:
- „Narro, siebe Sih (Söhne), siebe Sih sin Narro gsi“
(Konstanz, Rottweil und Villingen )
- „Narro kugelrond, d'Stadtleit sind scho älle g'sond“
(Rottweil)
- „Oh jehrom, oh jerom, dia Fasnet hät a Loch“
(Fasnetsdienstag Nachmittag in Rottweil )
- „Der Tag, der isch so freudareich, dia Baura führet Mischt.
Dass d'r Bürgermeischter von Oberndorf an reachter Sauhond isch!“
(Oberndorf)
- „Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz Und wenn die Katz nit hoorig isch,
dann fängt si keine Mäuse nit.“
(Meßkirch, Meersburg)
- „Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz Und wenn die Katz nit hoorig wär,
dann fängt si keine Mäuse mehr.“
(Waldkirch)
- „Fahr ue, fahr abe, fahr Laufeburg zue Wie tanze die Narre, wie chläppre die
Schueh.“
(Laufenburg)
- „Borschtig, borschtig, borschtig isch die Sau, und wenn die Sau nit
borschtig isch,
denn gitt si keine Läberwürscht.“
(Meersburg)
- "Zigeiner, Zigeiner send au Leit, ond wenn Zigeiner Fasnet hend dannn isch de Narret Zeit!
- „S'guckt e Arsch zum Fenschder naus, ma meint des isch e Weck, es isch kei
Weck, es isch kein Weck, es isch der Arsch vum Schlegele-Beck.“ (Der Name des
Bäckers wird meist nach einer Persönlichkeit des Ortes benannt. In anderen
Varianten beginnt der Spruch mit "Drunte in de ...straß, da wohnt der ...-Beck")
(z.B. Radolfzell)
- „Schelle Schelle Sechser/ alli aldi Hexe - Narro/ bißt mich en Floh/ weiß
nimmi wo/ am Popo!"
(Offenburg)
Einige Narrensprüche gehen auf so genannte „Heischebräuche“, fordernde Bräuche, zurück.
Im Laufe ihrer Entwicklung waren die Narren der schwäbisch-alemannischen Fasnet heischende (fordernde) Figuren, die von ihrem Gegenüber Gaben verlangten. Einerseits für den Selbstzweck, entstand daraus aber auch sehr bald eine karitative, soziale Funktion der Narren. Überbleibsel dieser Art sind beispielsweise im „Rottweiler Bettelnarr“ überliefert, der Almosen für Arme oder Kranke im Spital sammelte.
Heute ist die Situation meist umgekehrt. Der Zivilist fordert den Narren mit Narrensprüchen auf, etwas aus seinem Korb zu geben. Heischesprüche zur Fasnet in deutlichster Art haben sich z.B. in folgender Form erhalten:
- „Giizig (geizig), giizig isch der/die...(Name des Angesprochenen), un wenn er/se nit so giizig wär, dann gäb er/se au ...(eingeforderte Gabe) her.“
- „Fliagt a Vegele übers Feld, gib mr au a Fasnetsgeld!“
- „Wecka-Raus, Wecka-Raus - Assa-warme Wusla raus!“
(Munderkingen)
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